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Literarische
Gesellschaft e.V.
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| Eine Viertelstunde zum Lesen ... |
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Vom Fischer,
vom Butt
und von des Fischers Frau
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Zwischendurch - eine Viertelstunde lesen:
(mit öfter wechselnden Texten; schreiben
Sie uns Ihr Urteil?)
Vom
Fischer, vom Butt und von des Fischers Frau
Da gab es einmal einen Fischer und seine Frau, die wohnten zusammen in
einem Pisspott-großen Verschlag, dicht an einem See, und der
Fischer ging alle Tage und angelte und angelte und angelte.
So saß er einmal mit seiner Angel und schaute in das Wasser - und
er saß da und saß. Da ging die Angel zum Grund, tief
hinunter, und als er sie heraufzog, holte er einen großen Butt
heraus. Da sagte
der Butt zu ihm: „Hör mal, Fischer, bitte lass mich leben, ich bin
kein echter Butt, ich bin ein verzauberter Prinz. Was hast du davon,
wenn du mich tot machst? Ich würde dir doch nicht richtig
schmecken: Setz mich wieder ins Wasser und lass mich schwimmen.“
„Nu“, sagte der Mann, „du brauchst nicht so viele Worte zu machen;
einen Butt, der sprechen kann, werde ich doch wohl schwimmen lassen“.
Und damit setzte er ihn wieder in das klare Wasser; da
schwamm der Butt zum Grund und ließ einen langen Streifen Blut
hinter sich.
Der Fischer stand bald auf und ging zu seiner Frau in ihren gemeinsamen
„Pisspott“. „Mann, sagte die Frau, „hast du nichts gefangen?“ „Nee“,
sagte der Mann, „ich fing einen Butt, der sagte aber, er wäre ein
verzauberter Prinz, da habe ich ihn wieder schwimmen lassen“.
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„Hast du dir denn nichts gewünscht?“
fragte die Frau. „Nee“, sagte der Mann, „was soll ich mir denn
wünschen?“ „Ach“, sagte die Frau, „es ist doch schrecklich, hier
immer in diesem Pisspott zu wohnen, der stinkt und ist so eklig. Du
hättest uns doch eine kleine Hütte wünschen können.
Geh noch mal hin und rufe ihn. Sag ihm, wir möchten eine kleine
Hütte haben, das macht er bestimmt“.
„Ach“, sagte der Mann, warum soll ich noch mal hinaus gehen?“ „Ha!“
sagte die Frau, „du hast ihn
doch gefangen und wieder schwimmen lassen; er macht das bestimmt. Geh
gleich hin“. Der Mann
wollte noch nicht recht, aber seiner Frau zuliebe ging er doch wieder
zum See. Als er dort ankam, war das Wasser ganz grün und gelb und
gar nicht mehr klar. Er stellte sich hin und rief:
„Prinzchen, Prinz, komm in die Höh,
Buttchen, Butt in
meinem See:
Meine Frau, die
Ilsebill,
will mehr, als ich
selber will“.
Der Butt kam angeschwommen und sagte: „Na, was will sie denn?“
„Ach“, sagte der Mann, „ich habe dich doch gefangen, und jetzt sagt
meine Frau, ich hätte mir auch was wünschen können. Sie
will nicht mehr in unserm Pisspott
wohnen, sie hätte gern eine Hütte“.
„Geh nur heim“, sagte der Butt, „sie hat sie schon“.
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Da ging
der Mann heim, und seine Frau saß nicht mehr in dem Pisspott,
sondern in einer kleinen
Hütte, und sie saß auf einer Bank vor der Türe. Sie
nahm ihn an der Hand und sagte zu ihm: „Komm mal herein, sieh doch,
dass ist jetzt doch viel besser!“
Sie gingen hinein und in der Hütte war ein kleiner Vorraum und
eine kleine, herrliche Stube und eine Kammer, in der ihr Bett stand,
und Küche und Speisekammer, und
alles aufs Beste mit Gerätschaften, und alles richtig schön
und gediegen, mit Zinnzeug und Messing, wie sich das gehört. Und
hinten gab es noch einen kleinen Hof mit Hühnern und Enten, und
einen kleinen Garten mit Gemüse und Obst.
„Sag, Mann“, sagte die Frau, „ist das nicht schön?“ „Ja“, sagte
der Mann, „so soll es auch bleiben; jetzt wollen wir hier vergnügt
leben“. „Darüber wollen wir
nachdenken“, sagte die Frau. Und dann aßen sie was und gingen
schlafen.
So ging es acht oder vierzehn Tage lang, dann sagte die Frau:
„Weißt du, Mann, die Hütte ist doch ziemlich klein, auch der
Hof und der Garten. Der Butt hätte uns
auch ein größeres Haus schenken können. Ich möchte
am liebsten in einem Schloss aus Stein
wohnen. Geh zum Butt: Er soll uns ein Schloss schenken!“ „Ach, Frau“,
sagte der Mann, „die Hütte ist
doch gut genug, warum sollten wir in einem Schloss wohnen?“ „Ach was!“,
sagte die Frau, „geh zu ihm hin; der Butt macht das schon“.
„Nee, Frau“, sagte der Mann, „der Butt hat uns die Hütte gegeben,
ich will nicht schon wieder
kommen und den Butt heraufrufen“. „Jetzt geh schon“, sagte die Frau,
„er macht das leicht und gern; geh zu ihm“. Der Mann wollte nicht und
ging schweren Herzens, obwohl er sich sagte: Das ist nicht recht.
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Als er
zum See kam, war das Wasser ganz violett und dunkelblau und grau und
dick – und gar nicht mehr so grün und gelb, aber es war noch
still. Da stellte er sich hin und rief:
„Prinzchen, Prinz, komm in die Höh,
Buttchen, Butt in
meinem See:
Meine Frau, die
Ilsebill,
will mehr, als ich
selber will“.
„Na, was will sie denn?“ fragte der Butt. „Ach“, sagte der Mann etwas
bedrückt, „sie will in einem
großen Schloss aus Stein wohnen“. „Geh nur heim, sie steht vor
dem Tor“, sagte der Butt.
Da ging der Mann heim und meinte, nach Hause zu gehen, aber als er da
ankam, stand da ein großer steinerner Palast und seine Frau stand
eben auf der Treppe und wollte hineingehen: Da nahm sie ihn an die Hand
und sagte: „Komm nur herein“.
Und dann ging er mit ihr hinein, und in dem Schloss kamen sie in eine
große Halle mit Marmorboden, und es gab eine Menge Diener, die
rissen die großen Türen auf. Die Wände waren schön
tapeziert, und in den Zimmern standen lauter goldene Stühle und
Tische, an den Decken hingen Kristall-Kronleuchter und in allen Stuben
und Kammern lagen Teppiche, und Mahlzeiten und der allerbeste Wein
standen brechend voll auf den Tischen.
Hinter dem Gebäude war ein großer Hof mit Ställen
für Pferde und Kühe, eine Menge feinster
Kutschwagen und da war auch ein herrlicher, großer Garten mit den
schönsten Blumen und
ausgesuchten Bäumen. Ein Wäldchen dahinter war wohl eine
halbe Meile groß und darin wimmelte es von Hirschen und Rehen und
Hasen und was man sich überhaupt
wünschen konnte.
„Na“, sagte die Frau, „ist das nun nicht schön?“ „Ach ja“, sagte
der Mann, „so soll es auch bleiben; nun werden wir in dem schönen
Schloss wohnen und zufrieden sein“.
„Darüber wollen wir
nachdenken“, sagte die Frau, „und darüber schlafen“. Dann gingen
sie schlafen.
Am anderen Morgen wachte die Frau ganz früh als erste auf, sie
stand auf und sah das herrliche
Land vor sich liegen. Der Mann reckte sich noch, da stieß sie ihn
mit dem Ellbogen in die Seite und sagte: „Mann, steh auf und guck mal
aus dem Fenster. Sag, könnten
wir nicht König werden über das ganze Land? Geh zum Butt, wir
wollen König sein“. „Ach, Frau,“ sagte der Mann, „warum sollten
wir König werden wollen! Ich will kein König sein“. „Na“,
sagte die Frau, „wenn du kein König werden willst, ich will es.
Geh zum Butt, ich will König werden“.
„Ach, Frau“, sagte der Mann, warum willst du König sein? Das will
ich ihm nicht sagen“. „Warum
nicht?“ sagte die Frau, „geh stracks hin, ich will König sein“. Da
ging der Mann hin und war sehr
bedrückt darüber, dass seine Frau König werden wollte.
„Das ist nun mal nicht recht“, dachte der
Mann. Er wollte nicht gehen, aber er ging doch hin.
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Und als
an den See kam, da war er ganz schwarzgrau, und das Wasser brodelte von
unten auf und stank ganz faulig. Da stand er da und rief:
„Prinzchen, Prinz, komm in die Höh,
Buttchen, Butt in
meinem See:
Meine Frau, die
Ilsebill,
will mehr, als ich
selber will“.
„Na, was will sie denn?“ fragte der Butt. „Ach“, sagte der Mann, „sie
will König werden“. „Dann geh
hin, sie ist es schon“, sagte der Butt.
Da ging der Mann heim, und als er in den Palast kam, war das Schloss
noch viel größer geworden, hatte ein großes Tor mit
viel Zierrat dran, und eine Schildwache
stand davor und es gab eine Menge Soldaten und Pauken und Trompeten.
Als er eintrat, war alles mit Marmor
getäfelt und mit Gold umrandet. Überall Samtvorhänge mit
goldenen Quasten. Dann
gingen die Türen des Saales auf, der ganze Hofstaat stand dort und
seine Frau saß auf einem hohen
Thron mit Gold und Diamanten dran, sie hatte eine goldene Krone auf und
ein goldenes, mit Edelsteinen geschmücktes Zepter in der Hand und
rechts und links von ihr standen die Ehrenjungfrauen, abgestuft in
ihrer Größe.
Da ging er hin und sagte: „Sag, Frau, bist du jetzt König?“ „Ja“,
sagte seine Frau, „jetzt bin ich
König“.
Da sah er sie an und sah sich um und sagte nach einer Weile: „Ach,
Frau, das ist ja so schön, dass du König bist. Jetzt brauchen
wir uns auch nichts weiter mehr zu wünschen“.
„Nein, Mann“, sagte seine Frau und war ganz aufgeregt, „ich find das
langweilig und halte es nicht
mehr aus. Geh zum Butt, König bin ich, aber ich will Kaiser
werden“.
„Ach, Frau“, sagte der Mann, „warum willst du denn Kaiser werden?“
„Mann“, sagte sie nur, „geh zum Butt; ich will Kaiser werden“.
„Ach, Frau“, sagte er, „zum Kaiser kann er dich nicht machen; ich mag
das dem Butt auch nicht
sagen. Es gibt nur einen Kaiser im Reich, das kann der Butt nicht
ändern, das kann er nun mal nicht“.
„Was!“ rief da die Frau, „ich bin der König und du bist mein Mann,
willst du wohl gleich hingehn! Wer Könige machen kann, kann auch
Kaiser machen; ich will Kaiser
werden, also geh sofort hin!“
Da musste er hingehn. Aber es war ihm dabei ganz bange, er sagte sich:
"Das geht auf keinen Fall gut. Kaiser – das ist zu unverschämt;
der Butt wird das auch nicht
wollen“.
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Mit dem
kam er zum See, der war ganz schwarz und dick und es gärte von
unten herauf
und machte Blasen und der Wind brauste schauerlich und erschreckte den
Mann. Aber er rief:
„Prinzchen, Prinz, komm in die Höh,
Buttchen, Butt in
meinem See:
Meine Frau, die
Ilsebill,
will mehr, als ich
selber will“.
„Na, was will sie denn?“ fragte der Butt. „Ach Butt“, sagte er, „meine
Frau will Kaiser werden“.
„Dann geh mal heim“, sagte der Butt, „sie ist es schon“.
Da ging der Mann heim und als er näher kam, sah er das ganze
Schloss von poliertem Marmor
glitzern, mit Alabasterfiguren geschmückt und mit goldenem
Zierrat. Vor dem Tor patrouillierten
Soldaten und da bliesen Trompeten und Pauken und Trommeln wurden
geschlagen. Und innen drin gingen die Barone und Grafen wie Dienstboten
herum, sie öffneten
ihm die allesamt goldenen Türen. Und da saß seine Frau auf
einem hohen Thron von purem Gold; sie
trug eine breite goldene Krone, die war mit Brillanten und großen
Edelsteinen besetzt. In der
einen Hand hielt sie das Zepter, in der anderen den Reichsapfel und
rechts und links von ihr standen die
Höflinge, immer der Größe nach vom Riesen bis zum
winzigen Zwerg. Und vor ihnen standen eine Menge
Fürsten und Herzöge.
Da zwängte sich der Mann durch zu seiner Frau und fragte: „Frau,
bist du jetzt Kaiser?“ „Ja“, sagte sie, „jetzt bin ich Kaiser“.
Da wurde er nachdenklich und sagte nach einer Weile: „Frau, das ist
wirklich schön, dass du Kaiser bist“. „Mann“, sagte sie, was
stehst du noch herum? Ich bin nun Kaiser,
jetzt will ich auch Papst werden, geh hin und sags dem Butt“.
„Ach Frau“, sagte der Mann, „was willst du denn noch! Papst kannst du
nicht werden, den gibt’s nur ein einziges Mal in der Christenheit, da
kann auch er nichts machen“.
„Mann“, sagte sie, „ich will Papst werden; geh gleich hin, ich muss
heute noch Papst werden“.
„Nee Frau“, sagte der Mann, „das will ich ihm nicht sagen, das geht
nicht gut, das ist zu groß: zum Papst kann der Butt keinen
machen“.
„Mann“, „das ist doch Quatsch; wenn er einen Kaiser machen kann, kann
er auch einen Papst
machen. Mach dich hin, ich bin Kaiser und du bist mein Mann, jetzt geh
endlich hin“.
Da bekam er es mit der Angst, aber er ging hin – ihm war schlecht, er
zitterte und seine Knie und
Waden schlotterten. Und ein Wind ging übers Land und die Wolken
flogen und gegen Abend wurde es duster, die Blätter wehten von den
Bäumen und das Wasser
brodelte wie Jauche und schlug ans Ufer. In der Ferne sah er Schiffe,
die waren in Seenot und tanzten und
sprangen auf den Wellen. Der Himmel hatte nur wenig Blau in der Mitte,
aber im Süden war es rot
und da braute sich ein schweres Gewitter zusammen.
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Da war er
sehr bekümmert und rief in seiner Angst:
„Prinzchen, Prinz, komm in die Höh,
Buttchen, Butt in
meinem See:
Meine Frau, die
Ilsebill,
will mehr, als ich
selber will“.
„Na, was will sie denn?“ fragte der Butt. „Ach“, sagte der Mann, „sie
will Papst werden“.
„Geh ruhig heim, sie ist es schon“, sagte der Butt.
Da ging er heim und als er näher kam, sah er die von lauter
Palästen umgebene große Kirche. Er
drängte sich durch das Volk; innen war alles von Tausenden
Lichtern erleuchtet und seine Frau war in lauter Gold gewandet und
saß auf einem noch viel höherem
Thron und hatte die goldene Krone auf und um sich den großen
Geistlichen Staat und an beiden Seiten standen aufgereiht der
Größe nach die Lichter: vom Gewaltigsten bis zum
Kerzenstummel. Und alle Kaiser und Könige lagen vor ihr auf den
Knien und küssten ihren Pantoffel.
“Frau“, sagte der Mann und sah sie sich genau an, „bist du jetzt
Papst?“ „ Ja“, sagte sie, „jetzt bin ich Papst“.
Er sah sie bewundernd an und ihm war, als würde er in die helle
Sonne blicken. „Ach Frau“, sagte er dann, „wie ist das schön, dass
du jetzt Papst bist“.
Sie saß aber ganz steif da wie ein Baum und rührte sich
nicht. Da sagte er: „Frau, nun sei aber
zufrieden damit, dass du Papst bist; jetzt kannst du ja nichts anderes
mehr werden“. „Darüber werde ich nachdenken“, sagte die Frau. Dann
gingen beide schlafen, aber sie war nicht zufrieden, und der
Größenwahn ließ sie nicht schlafen; sie überlegte
immer, was sie noch werden könnte.
Der Mann schlief gut und fest, er war den Tag über viel gelaufen.
Die Frau aber konnte nicht
einschlafen und wälzte sich die ganze Nacht lang von einer Seite
zur anderen und grübelte vergeblich darüber, was sie noch
werden könnte.
Als das Morgenrot kam und die Sonne aufging, setzte sie sich im Bett
auf und starrte ins Licht und als sie aus dem Fenster die Sonne
höher aufsteigen sah, sagte sie vor sich hin: „Ha, könnte ich
nicht auch die Sonne und den Mond aufgehen lassen?“ „Mann“, rief sie
dann und stieß ihn in die Rippen, „wach auf, geh zum Butt: Ich
will werden wie der liebe Gott“.
Der Mann war noch ganz verschlafen, aber er erschrak so, dass er aus
dem Bett fiel. Er glaubte sich verhört zu haben und rieb sich die
Augen und sagte: „Frau, was hast du gesagt?“
„Mann“, sagte sie, „wenn ich nicht die Sonne und den Mond aufgehen
lassen kann und nur
mitansehen, dass die Sonne und der Mond so aufgehen – das kann ich
nicht aushalten und habe
keine ruhige Stunde mehr, bis ich sie selbst aufgehen lassen kann“.
Dann sah sie ihn richtig stier an, so dass es ihn schauderte. „Gleich
geh hin. Ich will werden wie der liebe Gott“. „Ach Frau“, rief der Mann
und fiel vor ihr auf die Knie,
„das kann der Butt nicht. Kaiser und Papst konnte er machen, ich bitte
dich, geh in dich und bleibe Papst“.
Da kam das Böse über sie, die Haare flogen ihr wild um den
Kopf, sie riss sich die Kleider auf und trat mit dem Fuß nach ihm
und schrie „ich halte das nicht aus, ich halte das nicht länger
aus, wirst du wohl hingehen!“
Das zog er sich die Hose an und lief wie von Sinnen fort.
Draußen tobte ein Sturm so gewaltig, dass er sich kaum auf den
Beinen halten konnte. Häuser
wackelten und Bäume knickten um und die Berge bebten und
Felsbrocken rollten in den See. Der
Himmel wurde pechschwarz und es donnerte und blitzte. Der See warf
kirchturmhohe Brecher – bis zu den Bergen und oben drauf hatten sie
alle weiße Schaumkronen.
Als er schrie, konnte er seine eigenen Worte nicht hören:
„Prinzchen, Prinz, komm in die Höh,
Buttchen, Butt in
meinem See:
Meine Frau, die
Ilsebill,
will mehr, als ich
selber will“.
„Na, was will sie denn?“ fragte der Butt. „Ach“, sagte er, „jetzt will
sie wie der liebe Gott werden.“
„Geh man heim, sie sitzt wieder in eurem Pisspott“.
Und da sitzen sie noch bis auf den heutigen Tag.
© ins
Hochdeutsche übertr. von Helmut W. Brinks
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