Göttinger

Göttinger Literarische Gesellschaft

Literarische Gesellschaft e.V.

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Nelly Sachs und ihre Freunde



Deutschsprachige Dichterinnen und Dichter,
die durch die Nazis ausgegrenzt und verfolgt wurden:
(unvollständige Liste)

-   Else Lasker-Schüler
-   Heinrich Mann
-   Thomas Mann
-   Erich Kurt Mühsam
-   Stefan Zweig

-    Ernst Weiß
-    Joachim Ringelnatz
-    Kurt Tucholsky 
-    Walther Hasenclever
-    Nelly Sachs
-    Maria Leitner

-    Walter Benjamin
-    Ernst Toller
-    Gertud Kolmar
-    Bertholt Brecht
-    Elisabeth Langgässer

-    Paula Ludwig
-    Anna Seghers
-    Rose Ausländer
-    Irmgard Keun
-    Reinhold Schneider
-    Erika Mann  

-    Klaus Mann
-    Mascha Kaléko
-    Hilde Domin
-    Paul Celan
-    Erich Fried
-    Selma Meerbaum-Eisinger
11.02.1869 - 22.01.1945
27.03.1871 - 12.03.1950
06.06.1875 - 12.08.1955
06.04.1878 - 10.07.1934
28.11.1881 - 22.02.1942

28.08.1882 - 15.06.1940
07.08.1883 - 17.11.1934
09.01.1890 - 21.12.1935
08.07.1890 - 25.07.1950
10.12.1891 - 22.05.1970
19.01.1892 - ? 1941 (?)

15.07.1892 - 26.09.1940
01.12.1903 - 22.05.1939
10.12.1894 - März  1943
10.02.1898 - 14.08.1956
23.02.1899 - 25.07.1950

05.01.1900 - 27.01.1974
19.11.1900 - 01.06.1983
11.05.1901 - 03.01.1988
06.02.1905 - 05.05.1982
13.05.1903 - 06.04.1958
09.11.1905 - 27.08.1969

18.11.1906 - 21.05.1949
07.06.1907 - 21.01.1975
27.07.1909 - 22.02.2006
23.11.1920 - ??.04.1970
06.05.1921 - 22.11.1988
15.08.1924 - 16.12.1942


Mit einem halben Literaturnobelpreis ist 1966 Nelly Sachs geehrt worden, die als nach Schweden exilierte Jüdin immer in der deutschen Sprache gelebt und gedichtet hat. Sie hat viele nordische Autorinnen und Autoren gefördert, besonders durch Übersetzungen ihrer Werke ins Deutsche.
Nelly Sachs
 Nelly Sachs gehörte zu den Schriftstellern, deren Leben und Schaffen von den seit 1933 und bis 1945 regierenden deutschen Nationalsozialisten unter Adolf Hitler existentiell körperlich und seelisch beschädigt worden sind. Sie hat ihr eigenes lierarisches Schaffen nicht für besonders preiswürdig eingeschätzt und war nur bereit, sich stellvertretend für die vielen anderen ausgegrenzten Kolleginnen und Kollegen ehren zu lassen.

Viele dieser Dichterinnen und Dichter haben das Jahr der hohen Ehrung von Nelly Sachs (die sie zusammen mit einem israelischen Autor bekam) nicht mehr erlebt. Die Literaturkritiker hatten damals eher mit der Auszeichnung von Rose Ausländer, Hilde Domin oder Mascha Kaléko gerechnet. Posthume Verleihungen hat das schwedische Auswahl-Komitee bisher vermieden – sonst wäre deutlicher geworden, dass sehr viele deutschsprachige Autoren jüdischer Herkunft sind –
und dass sie (wie unwahrscheinlich viele andere Künstler und Wissenschaftler) nur wegen dieser Abstammung von den Nazis geächtet, aus dem Land getrieben und sogar umgebracht worden sind – wie der Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, den wir als Publizisten zu den Literaten zählen dürfen.

Wir fühlen uns als Literarische Gesellschaft verpflichtet, mit unseren beschränkten Möglichkeiten die tragisch betroffenen Dichterinnen und Dichter mit ihren Werken vor dem Vergessenwerden zu bewahren.

In unseren literarischen Programmen sind Verse und Lieder von Heinrich Heine, Else Lasker-Schüler, Mascha Kaléko,
Gertrud Kolmar, Paula Ludig, Anna Seghers, Rose Ausländer, Bertolt Brecht, Erika Mann, Ernst Mühsam, Kurt Schwitters, Irmgard Keun, Hilde Domin, Paul Celan, Kurt Tucholsky, Jakob von Hoddis und Selma Meerbaum-Eisinger fast immer dabei.